Voice2Coach - Funktionale Stimmbildung

Ulli Holderbaum Voice2Coach - Funktionale Stimmbildung

Funktionale Gesangs- und Stimmpädagogik nach Rabine-Methode


Die Bezeichnung „funktional“ beruht auf der Tatsache, dass ein „Stimmorgan“ im eigentlichen Sinne nicht existiert. Man könnte sagen, dass der Gesang das Resultat des Zusammenwirkens von vielen verschiedenen, ganzheitlichen Komponenten des Körpers ist. Es befinden sich eine Anzahl von unterschiedlichsten Muskeln in unserem Kehlkopf. Der Vocalismuskel dürfte der Bekannteste sein. Dieser befindet sich direkt am Stimmband. Damit eine Bewegung im Körper überhaupt möglich ist, braucht ein Muskel immer einen Antagonisten. D.h. einer kontrahiert, während der andere sich dehnt - Wechsel zwischen Spannung und Kontraktion. Im Prinzip funktioniert die Stimme unter Luftfluss im Zusammenspiel von Dehnung (Tonhöhe) und Kontraktion (Lautstärke).

Die Qualität der Atmung ist die Qualität der Stimme!


Ohne Luftfluss keine Klangerzeugung! Die Luft, die unsere Lunge produziert, bringt unsere Stimme in Schwingung und ist im ständigen Wechsel zwischen Unter- und Überdruck. Die Atmungsmuskulatur verändert die Druckverhältnisse in der Lunge sowie in der Kehlkopfregion. Die Stimme hat eine Doppelventilfunktion - die Über- und Unterdruckfunktion. Zum Einen schließen die Taschenfalten im Kehlkopf bei Überdruck (z.B. gepresster Klang, Schrei oder auch Heben von schweren Gegenständen). Die Taschenfalten, die sich im Kehlkopf direkt oberhalb der Stimmlippen befinden, werden von daher als Ausatmumgsventil bezeichnet. Der Rachenraum und die Kehlkopfmuskulatur müssen hier eine extreme Spannung aufbauen, werden eng und schließen letztendlich das System.

Zum Anderen agieren die Stimmlippen, die sich unterhalb der Taschenfalten im Kehlkopf befinden, bei der Einatmung als Unterdruck- oder Einatmungsventil. Die Unterdruckfunktion lässt sich am ehesten bei einer Kraftanwendung erklären, wo der Körper sich selbst hebt, z. B. beim Klimmzug oder beim Schwimmen. Die Unterdruckfunktion ermöglicht es dem Sänger, in der Einatmungtendenz beim Singen zu bleiben. Dies bedeutet, der Rachenraum bleibt beim Singen in einem offenen Zustand, der Körper bleibt durch die Atmungsmuskulatur aufgerichtet. Hier kann sich die Stimmfunktion optimal entwickeln.

Mit vielen verschieden Körperübungen wird die Selbstwahrnehmung und die Bereitschaft zur Bewegung trainiert. So kann der Sänger mit möglichst geringem körperlichem Aufwand ein Maximum an Stimmleistung (Tragfähigkeit, Klangschönheit) erreichen.

Außerdem lege ich großen Wert auf Gehörbildung sowie die Aussprache im Gesang.